Schmied/-in

Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein war der Schmied ein anerkannter und unverzichtbarer Handwerker, dessen Profession auf eine jahrhundertelange Geschichte und einen reichen Erfahrungsschatz zurückschauen konnte. In der jüngsten Vergangenheit hat sich das Berufsbild durch die Einflüsse voranschreitender Technisierung an die modernen Zeiten angepasst. 1989 wurde in Deutschland der bisherige Ausbildungsgang unter Berücksichtigung neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse durch den neuen Ausbildungsberuf Metallbauer/-in im Fachbereich Metallgestaltung ersetzt. Der Berufszweig bietet heute vielfältige Varianten und Spezialisierungsmöglichkeiten.

 

Aufgaben eines Metallbauers

Hauptaufgabe vieler Schmiede war vor allem die Herstellung von Rüstungen und Waffen. Sie waren auch dafür zuständig, Pferde zu beschlagen und Gebäude mit Bauteilen auszustatten und instand zu halten. Zentrale Tätigkeit war und ist die Verarbeitung von Metall. Ein Metallbauer formt und montiert verschiedene Bauteile, entweder nach einem vorgelegten Bauplan für einen größeren Auftrag oder nach einem speziellen Kundenwunsch. Zu den typischen Produkten gehören heute Geländer, Leuchten, Werkzeuge, Schlösser und Zierwerk. Zuvor entwickelt der Metallbauer Vorlagen in Form von Schablonen gemäß den Kundenvorgaben, anhand derer er später den gewünschten Gegenstand herstellt.
Doch nicht nur die Herstellung, sondern auch Reparatur und Restauration gehören zum Aufgabengebiet eines Metallbauers. Für seine Arbeit wendet der Metallbauer unterschiedliche Schmiedetechniken an, verwendet eine große Bandbreite an Werkzeugen und bedient sich verschiedener Einrichtungen wie Öfen und Schmiedebänken.

Wo arbeitet ein Metallbauer?

Ein Metallbauer arbeitet klassischerweise in Metallbaubetrieben. Zu diesen zählen etwa Werkstätten mit Feuerstellen, sog. Essen, sowie spezielle Schmiedebetriebe und Werkhallen. Insbesondere in Werkstätten und Schmieden ist ein Metallbauer oft Hitze und Lärm ausgesetzt. Zu diesem Zweck trägt er entsprechende Schutzkleidung. Obwohl er sich unterschiedliche technische Einrichtungen zu Nutze macht, muss ein Metallbauer nach wie vor körperliche Anstrengung für die Ausführung seines Berufs aufbringen.
Montagearbeiten können den Metallbauer zu unterschiedlichen Einsatzgebieten außerhalb der Werkstätte führen. Die Übergabe eines fertigen Werks erfolgt je nach Auftrag beim Kunden.

Ausbildung zum Metallbauer

Der Ausbildungsgang zum Metallbauer bzw. zur Metallbauerin im Fachbereich Metallgestaltung dauert 3,5 bis 4 Jahre. Im Betrieb lernen Auszubildende u. a. Schmiedetechniken, die sie unter Aufsicht selbst erproben, Maßnahmen der Arbeitssicherheit und die Anwendung von Hilfsstoffen und Werkzeugen. Im Berufsschulunterricht erlernen Auszubildende physikalische und chemische Grundlagen, rechtliche, technische und wirtschaftliche Aspekte im Zusammenhang mit der Betriebsführung und verschiedene Konstruktionsarten.
Ein gelernter Metallbauer kann durch Ablegung der entsprechenden Prüfung zum Metallbaumeister aufsteigen. Wer eine Hochschulzugangsberechtigung besitzt, kann seine Karrierechancen mittels eines Bachelorstudiums, z. B. im Bereich Werkstoffwissenschaft, ausbauen. Für praktizierende Metallbauer können Qualifizierungen u. a. in den Bereichen Schlosserei und Stahl, Schweißtechnik, historische Metallkunde sowie Qualitätssicherung von Interesse sein.

Verwandte Berufe:

  • Metallbauer/-in im Bereich Konstruktionstechnik
  • Gießereimechaniker/-in
  • Verfahrensmechaniker/-in (Hütten-/Halbzeugnisindustrie)