Wirtschaftsprüfer/in

Unternehmen werden durch lebendige Wirtschaftsprozesse geprägt. Wirtschaftsprüfer nehmen diese Prozesse genau unter die Lupe und erstellen präzise Gutachten über die wirtschaftliche Funktionsfähigkeit des Unternehmens. Ihren Mandanten dienen sie als ganzheitliche Berater in allen betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Angelegenheiten. Der Wirtschaftsprüfer gehört wie der Steuerberater zu den renommierten und sehr gut bezahlten Berufen in der Unternehmensberatung, doch der Weg dorthin ist steinig und lang. Bewerber müssen Ausdauer und Zielstrebigkeit beweisen.

 

Aufgaben eines Wirtschaftsprüfers

Der Wirtschaftsprüfer erstellt in erster Linie betriebswirtschaftliche Gutachten und führt entsprechende vorgelagerte Prüfungen durch. Betriebswirtschaftliche wie rechtliche Kenntnisse kommen insbesondere bei der Erstellung des Jahresabschlusses zum Tragen. Damit zusammenhängend beraten Wirtschaftsprüfer ihre Mandanten auch in steuerlichen Fragen und helfen bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens. Sie begleiten Unternehmer bei Unternehmensgründungen oder Unternehmensfusionen und wirken bei der Sanierung von Firmen mit. Auch im Bereich des Controlling und der Buchhaltung sind Wirtschaftsprüfer anzutreffen.
Ihr Sachverstand und ihre fachspezifischen Kenntnisse erlauben es Wirtschaftsprüfern, Unternehmen von verschiedenen Seiten zu beleuchten. So können sie z. B. für ein kreditersuchendes Unternehmen genauso tätig werden wie für eine kreditgewährende Bank. Ihr Blickwinkel wird demnach durch die Aufgaben ihres Arbeit- bzw. Auftraggebers bestimmt. Wirtschaftsprüfer sind häufig treuhänderisch tätig und unterstützen ihre Mandanten als Vermögensberater.
Wirtschaftsprüfer sind Dienstleister der Beratungsbranche, die oft freiberuflich einen festen Kundenstamm dauerhaft betreuen. Ferner können sie von Insolvenzgerichten zum Insolvenzverwalter bestellt werden.

Wo arbeitet ein Wirtschaftsprüfer?

Wirtschaftsprüfer arbeiten zum Einen bei mittelständischen Unternehmen oder Konzernen als Angestellte in der Unternehmensverwaltung und Organisation, der Finanz- oder der Rechtsabteilung. Zum Anderen sind viele Wirtschaftsprüfer selbstständig als Freiberufler tätig, entweder in einer eigenen Kanzlei oder in einer Sozietät, in der sich andere Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und auch Rechtsanwälte zusammenschließen können. Andere Arbeitgeber sind Prüfungsstellen bei Sparkassen oder die Wirtschaftsprüferkammer.

Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer

Eine eigenständige Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer existiert in reiner Form nicht. Wirtschaftsprüfer/-in ist eine Weiterbildung für Hochschulabsolventen, die eine drei- bis vierjährige Tätigkeit als Prüfungsassistent vorweisen können. Wer ein Hochschulstudium nicht abgeschlossen, aber mindestens zehn Jahre in einer Wirtschaftsprüfungskanzlei oder mindestens fünf Jahre als vereidigter Buchprüfer oder Steuerberater gearbeitet hat, kann ebenfalls zum Wirtschaftsprüferexamen zugelassen werden.
Dieses Examen gilt ebenso wie das Steuerberaterexamen als eine der anspruchsvollsten Prüfungen Deutschlands noch vor den juristischen Staatsexamen. Besonders die Vereinbarkeit von beruflicher Tätigkeit, Weiterbildung und Privatleben stellt viele Anwärter vor eine große Herausforderung. Hinzu kommen anspruchsvolle Inhalte wie Prüfung und Rechnungslegung, Steuer- und Wirtschaftsrecht und Kostenrechnung. Die Weiterbildung erfolgt abhängig von der Bildungseinrichtung im Klassenverband an unterschiedlichen Lernorten oder durch Fernlehre. Die Dauer der Weiterbildung kann bis zu zwei Jahre betragen.

Verwandte Berufe:

  • Steuerberater/in
  • Controller/in